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Bronnzeller Bürger fühlen sich abgehängt: Vorstand der BI Lebenswertes Bronnzell e. V. bezieht Stellung zu den aktuellen Themen

Zeitgleich mit der Mitteilung über die Zweigstellenschließung der Sparkasse Fulda in Bronnzell, wird die Überland-Buslinie 40 Bronnzell zukünftig nicht mehr anfahren. Morgens um 7.16 Uhr wurde diese Busverbindung, welche die Schulen in Fulda direkt anfährt, von etwa 30 (!) Bronnzeller Schüler genutzt. Die Buslinie 40 fällt im neuen Fahrplan ab Mitte Dezember 2019 ersatzlos weg. Diese 30 Schüler -ein halber Bus voll- müssen jetzt die bereits überfüllten Busse der Stadtbuslinie 6 um 7.02 Uhr oder 7.32 Uhr nutzen und dann umsteigen. Die Alternative ist zusätzlich belastender Individualverkehr der Eltern mit dem eigenen PKW. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung des Landkreises mit der Stadt Fulda getroffen. Wie eine solche Entscheidung zukunftsgerichtet oder umweltbewusst sein soll, lässt sich nicht erkennen. Wir sehen hier die Stadt Fulda gefordert.

Die Sparkasse Fulda verweist in ihrer Kundenmitteilung zur Schließung der Zweigstelle Bronnzell auf die Nutzung der Zweigstelle in Eichenzell. Mit welchem Bus? Zwischen 11.16 Uhr und 15.16 Uhr hält zukünftig in Bronnzell nur noch die LNG-Linie 43 in Richtung Eichenzell im stündlichen Takt. Die Mobilität, insbesondere der älteren Bürger wird erheblich eingeschränkt. Der -von der Sparkasse empfohlene- Besuch der SB-Sparkassen-Filiale im Einkaufzentrum Kaiserwiesen ist nur mit Bus-Umstieg möglich. Der Verwaltungsrat der Sparkasse, besetzt mit Oberbürgermeister der Stadt Fulda und Landrat des Kreises Fulda, haben der Filialschließung zugestimmt. Ein Selbstbedienungsterminal in Bronnzell sollte auch für die Sparkasse, welche einen öffentlichen Versorgungsauftrag besitzt, tragbar sein. Zu ergänzen ist noch dass es in Bronnzell weder einen Hausarzt, einen Lebensmittelmarkt noch eine Poststelle gibt. Eine Reduzierung der Busverkehre macht es für alle, die darauf angewiesen sind, schwerer oder gar unmöglich. Wir sehen hier die Stadt Fulda gefordert.

Durch den Fahrzeug- und Eisenbahnverkehr stark lärmgeplagten Bronnzeller Bürger, werden von früh morgens bis nach Mitternacht durch etwa 30mal mehrfaches sehr lautes Hupen der Rhönbahn belästigt. So birgt der nicht durch eine Lichtzeichenanlage gesicherte Bahnübergang am Ende der Schimmelstraße nicht nur Risiken. Die die Vermietbarkeit an Familien mit Kindern ist in Bronnzell beeinträchtigt. Immer wieder entscheiden sich Mietinteressenten für andere Orte, weil sie neben dem starken Lärm Gefahren für ihre Kinder sehen. Jedes Kind kennt eine rote Ampel – diese wurde aber aus Kostengründen wiederholt abgelehnt. Wir sehen hier die Stadt Fulda gefordert.

Innerhalb der im Jahre 2022 anstehenden Kompletterneuerung der Schnellfahrstrecke Fulda – Würzburg sollen alle Komponenten -vom Gleisbettaufbau bis zur Oberleitung- komplett erneuert werden. Nur der Lärmschutz nicht! Die gesamten Anlagen werden auf den technisch neuesten Stand gebracht, nur die rund 35 Jahre alten, überholungsbedürftigen und nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechenden Lärmschutzwände, bleiben jedoch auf dem alten Stand. Wir sehen rechtliche Bedenken und haben die Erneuerung des aktiven Lärmschutzes nach dem 16. BISchG (Bundesimmissionsschutzgesetz) gefordert. Von der Schnellfahrstrecke Hannover – Fulda – Würzburg ist das gesamte Stadtgebiet Fuldas betroffen. Wir sehen hier die Stadt Fulda gefordert.

Tagein, tagaus fahren auf der B27 durch Bronnzell 52.000 Fahrzeuge. Durch die Ortsmitte täglich rund 9000 und alleine durch die Ziegeler Straße sind es schon über 2000 Fahrzeuge am Tag. Nun werden die Frankfurter Straße und der Bronnzeller Nordkreisel für den steigend prognostizierten Verkehr der Zukunft ausgebaut. In Bronnzell werden dazu aber lediglich einige Meter zusätzliche Lärmschutzwände neu errichtet. Nicht nur während der Baumaßnahmen werden die Fahrer aus den südlichen Orten die Bronnzeller Ortsdurchgangstraßen nutzen. Im Berufs- und Schulverkehr stauen sich bereits heute die Fahrzeuge und verbreiten Lärm und Abgase. Zur Entlastung Bronnzells sehen wir die Notwendigkeit durchdachter Verkehrslenkung, die Belastungen auf das Nötigste begrenzt. In Abstimmung mit Hessen-Mobil ist hier die Stadt Fulda gefordert.

Die Bahn AG beantragt im Raumordnungsverfahren den Anschluss der beiden neuen, aus Richtung Frankfurt kommenden, Gleise innerhalb der Gemarkung Kalbach an der Schnellfahrstrecke Fulda – Würzburg anzubinden. Diese zunächst erfreuliche Nachricht birgt die Problematik in sich, dass alle derzeitigen und zukünftigen Züge ebenfalls durch Bronnzell und das Stadtgebiet fahren werden. Alle 2 Minuten ein Güter- oder Personenzug! Die Bürger aus Bronnzell und Ziegel haben dann noch zusätzliche Lärmbelastungen zu tragen. U. a. aufgrund dieser „Fernwirkung“ haben wir an die zuständigen Stellen entsprechende Anträge gestellt. Da diese Züge auch durch das Stadtgebiet Fulda fahren werden, sehen wir auch ein großes Interesse der weiteren städtischen Bürger an aktivem Lärmschutz nach dem neusten Stand der Technik. Wir sehen hier die Stadt Fulda gefordert.

Seit Jahren ist die Sanierung der Bronnzeller Mülldeponie ungelöst. Damit hieraus keine Nachteile für die Anwohner erwachsen, z. B. durch die Ableitung des Oberflächenwassers, sehen wir die Stadt Fulda gefordert.

Ausdrücklich weisen wir daraufhin, dass der Vorstand der BI Lebenswertes Bronnzell keine Konfrontation, sondern -wie bisher- gemeinsam mit den Entscheidungsträgern der Stadt Fulda, dem Ortsbeirat Bronnzell und anderen, nach Lösungen sucht. Wir werden jedoch bei den vorgenannten Belastungen nicht schweigen oder locker lassen.



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