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„Up with People“ zum wiederholten Mal an der AvH – Botschafter für Sprache und Kultur

Sie kommen aus der Schweiz oder aus Japan, von den Bemudas oder aus Mexiko, aus allen Teilen der USA oder der EU, sie sind jung und sie haben Spaß an Begegnung und Bewegung. So ließe sich knapp der Markenkern der Mitglieder des Projekts „Up wiht People“ erklären, das in diesen Tagen zum wiederholten Mal in Lauterbach an der Alexander-von-Humboldt-Schule zu Gast ist. Dort bieten sie Workshops zu den Themen Lebensgefühl, Meinungsäußerung und Respekt an, sind Kultur- und Sprachbotschafter und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern ein Denken nicht nur über den Tellerrand hinaus, sondern auch gleich noch in einer anderen Sprache!

Und so versprach der Besuch der jungen Leute von „Up with People“ in dieser Woche eine bunte lebhafte Angelegenheit zu werden, über die sich die Schülerinnen und Schüler genauso wie die Lehrkräfte freuten. Alle Klassen der Jahrgangsstufen 7 bis zur E-Phase kamen in den Genuss, sich mit jeweils drei Mitwirkenden von „Up with People“ bestimmten Themen zu den eigenen Lebenswelten zu widmen. Hierbei konnten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit der Frage beschäftigen, was sie an ihrem jetzigen Leben, in ihrem jetzigen Umfeld gut oder schlecht finden. Im Dialog wurde klar, dass vieles, was wichtig erscheint, nur eine Seite einer Medaille ist: Ist es nun schlecht, dass das Internet in Deutschland und im Vogelsberg so viel langsamer ist als beispielsweise das Netz in China? Oder sollten wir vielmehr die Freiheit schätzen, die wir einem Land gegenüber haben, das zwar tolles Netz hat, dafür aber Apps nach Belieben abschaltet, um die Nutzung durch die Bewohner zu steuern? Bleibe ich in der Region, wenn ich erwachsen bin, und wenn ja, warum? Und wenn ich weggehe, auch warum? Gibt es Möglichkeiten der Wiederkehr oder reichen 18 Jahre Vogelsberg aus, und man sollte dann endlich mal die Welt entdecken? Darüber diskutierten die jungen Erwachsenen engagiert und zugewandt. Eine hochinteressante Frage war die nach dem Zustand der Welt in 25 Jahren: Dass sie eine bessere sein wird, als jetzt, glaubten von einem ganzen Kurs nur zwei. Die jedoch hoffen auf neue, jüngere politische Führungspersönlichkeiten, die die Notwendigkeiten der Zeit, beispielsweise hinsichtlich des Klimawandels, erkennen und der Jugend gegenüber nicht mehr so arrogant sind, wie die jetzigen Politiker wahrgenommen werden. Auch der technologische Fortschritt wird als positiv gewertet.

Den beispielhaft ausgewählten Workshop in einem Kurs der E-Phase leiteten Alfredo aus Mexiko, Elena aus der Schweiz und Nora aus Deutschland. Die Sprache der Wahl war Englisch. Alfredo, der Mexikaner, war hier der Einzige, der kein Deutsch verstand und sich dafür bedankte, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Äußerungen größtenteils in englischer Sprache vorgebracht hatten. „Doch auch ohne Worte könnt ihr euch äußern“, sagte er ihnen, „durch Gesten, durch die Art, wie ihr euch positioniert, wie ihr sprecht.“ Nora fügte hinzu, dass es in solchen Gesprächsrunden nicht um das Rechthaben gehe, sondern dass es viele Meinungen gebe, die man respektieren müsse, auch überdenken könne. Wertschätzende Gesprächsführung – auch das ist ein großes Thema der „Up with Poeple“-Teams, deren anderes großes Anliegen die interkulturelle Arbeit ist.

Mit einer „cultural fair“, einer Ausstellung der Kulturen, in der Aula der Schule lieferten die Mitwirkenden aus 15 Ländern dazu jede Menge Input. Sie stellten ihre Länder vor, hatten typische Gegenstände dabei und luden die Schülerinnen und Schüler zum Entdecken und ins Gespräch kommen ein. Auch wer sich selbst nach der Schule für ein Gap Year bei „Up with People“ interessiert, konnte sich gleich informieren. Zwei Tage lange weilten die jungen Leute aus aller Welt an der Schule. Der zweite Tag stand sprachlich gesehen ganz im Zeichen des Spanischen und wendete sich mehr an die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Aus der E-Phase war nach dem ersten Tag nur Positives zu hören: „Wir fanden die Fragen, die wir diskutieren konnten, sehr gut ausgewählt und waren ganz überrascht davon, was unsere Mitschüler darüber denken“, sagten zwei Schülerinnen, die auf jeden Fall Ansätze bekommen haben, über die sie sich in der Schule weiter austauschen können.

Die inhaltliche Arbeit, die sprachliche Kompetenz und die Kulturvermittlung – diese drei Themen so auf den Punkt gebracht, sind es, die die Schulleitung der Alexander-von-Humboldt-Schule dazu bewegt haben, „Up with People“ nach dem ersten Besuch im vergangenen Jahr wieder einzuladen, berichtet Maximilian Sauer von der Schulorganisation. „Wir finden es sehr bereichernd, wenn unseren Schülerinnen und Schülern andere Kulturen so anschaulich vermittelt werden, wenn sie zum Reden – noch dazu in einer Fremdsprache – animiert werden und sie sich noch über das tägliche Maß hinaus mit Respekt und gutem Zuhören beschäftigten müssen“, so Sauer, der das Projekt federführend begleitet hat. „Wir werden ‚Up with People‘ sicherlich auch im nächsten Jahr wieder einladen.“

Kulturvermittlung, das machen die jungen Leute von „Up with People“ auch als Tänzer, Schauspieler und Sänger: An zwei Showabenden im Wartenberg Oval zeigen sie, wie verbindend das Element Musik ist. Die Shows finden statt am 5. und 6. Dezember um 19:30, Tickets dafür gibt es in der Geschäftsstelle des Lauterbacher Anzeigers und der Gemeinde Wartenberg.



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